Wenn Sie sich letztes Jahr Kopfhörer gekauft haben, herzlichen Glückwunsch! Sie besitzen nun einen von Milliarden weltweit verkauften Kopfhörern, deren Akkus sich still und leise dem Ende entgegensteuern. Die meisten kabellosen Kopfhörer landen einfach in der Schublade, sobald der Akku leer ist. Und bei Kopfhörern ist ein leerer Akku so unvermeidlich, als würde man den linken Ohrhörer unter dem Autositz vergessen.
Google gehört zu den wenigen Unternehmen, die in puncto Produktreparierbarkeit wirklich Fortschritte erzielt haben. Das Pixel-Team arbeitet mit iFixit zusammen, um Nutzern und unabhängigen Reparaturwerkstätten Originalersatzteile anzubieten und legt dem Produktstart eine Bedienungsanleitung bei. Die Pixel Watch 4 setzte dieses Jahr neue Maßstäbe für die Reparierbarkeit von Smartwatches. Wir hoffen sehr, dass die Pixel Buds 2a diesen Komfort auch auf den Markt für Ohrhörer bringen werden.
Tatsächlich wirken die Pixel Buds 2a wie ein unfertiges Produkt. Die Ohrhörer selbst weisen, wie die meisten Kopfhörer auf dem Markt, zahlreiche Designfehler auf und sind schwer zu reparieren, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass das Entwicklungsteam in der frühen Phase versucht hat, ein reparierbares Design zu entwickeln. Das Ladecase hingegen ist das beste, das wir je gesehen haben. Google ist mit reparierbaren Kopfhörern auf dem richtigen Weg, benötigt aber möglicherweise noch ein oder zwei Produktgenerationen, um diese Technologie wirklich zu perfektionieren.

Eindringen, Eindringen im wörtlichen Sinne
Die erste Hälfte dieses Produkts erzählt eine altbekannte, frustrierende Geschichte. Wie schon bei den AirPods 3 (die in Reparierbarkeitstests nur 0 Punkte erzielten), sind die Gehäusenähte der Treibereinheit verklebt. Diese Klebemethode ist äußerst ärgerlich, da man Klemmen, Heißluftgebläse und viel Geduld benötigt. Niemand sollte versuchen, die Reparatur selbst durchzuführen, was bedeutet, dass die Buds 2a von vornherein zum Scheitern verurteilt waren.
Üblicherweise verwenden Hersteller Klebstoff, um die Ohrhörer wasserdicht zu versiegeln. Klebstoff ist seit Langem eine kostengünstige, wiederverwendbare und zuverlässige Methode, um Wasser abzudichten. Wir sind jedoch der Meinung, dass Unternehmen wie Apple und Google, wenn sie dieses Thema ernst nähmen, Alternativen finden würden.
Nach Erhitzen, Aufhebeln und schließlich Öffnen fanden wir eine Dichtung um die Versiegelung herum. Hatte das etwa bedeutet, dass irgendjemand jemals daran gedacht hatte, diese Ohrhörer zur Reparatur öffnen zu können? Nun ist diese Idee endgültig widerlegt: Das Plastik ist verbogen und verformt, und die Ohrhörer lassen sich nicht mehr einwandfrei zusammensetzen.
Die Batterie ist extrem fest verklebt. So fest, dass eine Demontage das Gehäuse und die Batterie selbst beschädigen würde. Unsere übliche “McGee”-Methode – Isopropylalkohol und Hitze – funktioniert einfach nicht.
Leider scheint diese 0,297-Wh-Knopfzelle tatsächlich auf einfache Austauschbarkeit ausgelegt zu sein. Ihre Kontakte sind direkt auf eine flexible Leiterplatte gepresst; es gibt weder Druckknopfanschlüsse noch Lötpads – die Schnittstelle ist sauber und einfach. Wie praktisch wäre es doch, die Batterie mühelos entnehmen zu können!
Es wirkt, als sei dem Team die Zeit ausgegangen, sie hätten schnell eine Lösung zusammengebastelt und das Produkt dann auf den Markt gebracht, sodass wir uns wie Archäologen fühlen, die ein halbfertiges Projekt ausgraben. Zu allem Überfluss bietet Googles offizielle Reparaturanleitung sogar eine “Anleitung zum Akkuwechsel” für die Pixel Buds 2a an. Diese Anleitung bezieht sich aber nur auf das Ladecase.

Der Anklageprozess: eine unerwartete Wendung
Falls die Ohrhörer selbst enttäuschen, wird das Ladecase garantiert beeindrucken. Beim Öffnen des Deckels fallen zwei gut sichtbare, leicht zu lösende Torx-Schrauben ins Auge. Durch das Herausschrauben lässt sich die gesamte Inneneinheit elegant herausschieben, was die Frage aufwirft: Warum wurden die Ohrhörer nicht genauso konstruiert? Dies steht im krassen Gegensatz zu Designs, bei denen Schrauben bewusst versteckt werden. Solche Designs sind uns schlichtweg unverständlich – dieses hier ist fantastisch!
Absolut kein Klebstoff. Austauschbare Dichtungsringe bieten Spritzwasserschutz nach IPX4 – ausreichend gegen Regen und Schweiß. Herzstück ist ein 1,53-Wh-Akku, der sich durch Ziehen an einer Lasche am Akkufach in Googles neuem Mintgrün (der Farbe, die auch bei Pixel-Produkten zur Kennzeichnung austauschbarer Komponenten verwendet wird) mühelos entnehmen lässt. Kein Hebelwerkzeug nötig, kein Fluchen.
Die Fairbuds von Fairphone, einem Unternehmen, das sich auf nachhaltige Elektronik spezialisiert hat, setzten die Messlatte hoch. Tatsächlich erhielten sie in diesem Test zum ersten Mal die Höchstwertung von 10/10. Besonders angetan waren wir vom modularen Design und dem leicht zu reparierenden Ladecase. Googles Ladecase übertrifft die Fairbuds jedoch in einigen Punkten. Durch das Lösen von nur zwei Schrauben werden Schnittstelle und Platine zugänglich, und dank eines Druckknopfanschlusses ist das gesamte Ladecase vollständig reparierbar.
Der Kontrast zwischen dem Ladecase und den Ohrhörern selbst ist geradezu komisch. Auf der einen Seite befinden sich gut gestaltete, leicht reparierbare Komponenten; auf der anderen Seite sieht es aus wie ein zusammengeklebtes Puzzleteil, bei dem der Akku fast angelötet ist.

Reparaturhandbuch
Wo stehen die Pixel Buds 2a also im breiteren Kontext ihrer Reparierbarkeit?
Nach unserem Teardown des iPad Pro M5 erscheint dieses Gerät wie ein weiteres Beispiel für das Reparaturparadoxon (oder, wie einige scharfsinnige Kommentatoren es formuliert haben, das Reparaturparadoxon). Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass das Designteam von Anfang an auf Reparierbarkeit Wert gelegt hat. Bei den Ohrhörergehäusen haben sie diese Ziele voll und ganz erreicht. Bei den Ohrhörern selbst blieben sie jedoch weit hinter den Erwartungen zurück.
Es besteht jedoch noch Hoffnung. Google hat in den letzten Jahren bewiesen, dass es reparierbare Produkte und umfassende Reparaturhandbücher auf den Markt bringen kann. Dem Design der 2a Buds nach zu urteilen, haben sie wohl auch austauschbare Akkus in Betracht gezogen. Die Umsetzung ist ihnen diesmal jedoch nicht ganz gelungen.
Aktuell liegt die Reparierbarkeitsbewertung der Pixel Buds 2a vorläufig bei 4 von 10 Punkten.
Wenn Ihnen langfristige Reparierbarkeit besonders wichtig ist, sollten Sie sich vielleicht nach einem anderen Modell umsehen. Wir sind jedoch vorsichtig optimistisch, dass die nächste Generation der Google-Ohrhörer endlich mit den austauschbaren Akkus ausgestattet sein wird, die sie verdient.